Malaysia
Medien-Empfang,
Highlands und Teatime, Familienanschluss bei Comboeufs
Montag, 3. Januar, 235. Reisetag: Keine Probleme bei der Einreise nach Malaysia! Die Zollbeamten waren freundlich und gemeinsam füllten wir unsere Zolldokumente aus. Es gab sogar einen kleinen Stand, an dem eine junge Muslim mit Kopftuch Versicherungen verkaufte. Ich erkundigte mich nach einer temporären Versicherung für Malaysia, womit die Frau jedoch überfordert war und kurzerhand beschloss, dass ihre Versicherungen nur für ausländische Autos mit thailändischen Nummernschilder gültig seien…

Also machten wir uns halt ohne auf die Weiterreise und stellten dafür bereits auf den ersten paar Kilometern fest, dass alles wunderbar ausgeschildert und angeschrieben war. Eine schmale, aber gute Strasse schlängelte sich vom Grenzübergang in den Bergen durch dichten, grünen Dschungel nach Kangar, der ersten grösseren Stadt auf malayischer Seite.
Dort versuchten wir in drei Banken vergeblich Geld zu wechseln, bevor endlich ein Bankomat ein paar Ringgit ausspuckte und wir an der nächsten Tanksstelle Futter für unser Auto kaufen konnten.
Von Kangar fuhren wir weiter bis nach Kuala Perlis, einem kleinen Ort an der Küste, der als Ausgangpunkt für die beliebte Ferieninsel Langkawi gilt. Wir wollten uns die Insel gerne ansehen und erkundigten uns im Hafen nach den Fährverbindungen. Diese gibt es auch täglich, aber nur für Fussgänger, nicht für Fahrzeuge. Wir wollten unser Auto aber nicht “herrenlos” am Hafen rumstehen lassen und beschlossen daher, Langkawi vorerst mal bleiben zu lassen.
Die erste Nacht in Malaysia verbrachten wir in einem kleinen Hotel in Alor Setar, der Hauptstadt des nordwestlichen Staates Perlis und kamen am nächsten Morgen eine Stunde zu spät zum Frühstück: Wir hatten keine Ahnung, dass die Malayien den Thais eine Stunde “voraus” sind!
Um den “königlichen” Platz der ausstrebenden Stadt Alor Setar gab es eine Menge schöner, alter Gebäude, die wir uns an diesem Morgen ansahen. Nach all den buddistischen Tempeln in China und Thailand, waren wir vor allem von prächtigen, weissen Moscheen mit ihren Goldtürmchen sehr beeindruckt.
Am Nachmittag legten wir die rund 90 Kilometer nach Butterworth auf einer erstklassigen Autobahn zurück. Dort nahmen wir eine Fähre zur Insel Penang, einer ehemaligen britischen Kronkolonie. Wir hätten auch über eine ultramoderne Brücke - die Längste in Südostasien - fahren können, wollten uns das aber für den Rückweg aufsparen.
In Georgetown, der 1786 vom britischen Captain Francis Light gegründeten Hauptstadt von Penang suchten wir uns Unterkunft in einem Guesthouse und streiften danach ausgiebig durchs Chinesenviertel. Zum Abendessen wechselten wir jedoch den Bezirk und gingen in eine der zahlreichen indischen Garküchen. Ein altes südindisches Ehepaar tischte uns verschiedene Gemüse-Currys und Naam-Brot auf, dazu tranken wir Lassi, ein Milchgetränk.
Die nächsten beiden Tag verbrachten wir damit, uns die Insel, welche früher einmal im weltweiten Gewürzhandel eine wichtige Rolle gespielt hat, und ihre kolonialen Ueberbleibsel anzusehen. Zuerst erkundeten wir Georgetown weiter zu Fuss und bestaunten den eigentümlichen Mix aus alt und neu, wo kleine, Handwerker-Shops neben verglasten Bürotürmen stehen, sich alte Chinesen mit ihren Rikshaws neben Bussiness-Männern in Anzug und Mercedes durch den Verkehr zwängen und kleine Strassenhändler neben grossen Supermärkten stehen. Wir suchten die alten Häuser aus der Gründerzeit, kletterten über die Ruinen von Fort Cornwallis uns sahen uns einige Kirchen und Museen (von aussen) an…
Dann setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren rund um die 24 Kilometer lange und 12 Kilometer breite Insel, vorbei an Wasserfällen und spielenden Affen, entlang einer malerischen Küstenlinie, über dichtbewachsene Hügel. Unterwegs besuchten wir eine Farm, auf der tropische Früchte gezogen wurden und stockten dort auch gleich unseren Vorrat auf.
Wieder auf dem Festland, nahmen wir Kurs auf die Zinnstadt Ipoh, Hauptstadt des Staates Perak. Die Stadt bekam ihren Namen vom Ipoh-Baum, jenem Gewächs aus dem die malayischen Ureinwohner Gift für ihre Pfeilspitzen gewannen. Neben ein paar schönen Gebäuden aus der Jahrhundertwende und einigen Höhlentempeln in den nahen Bergen hat Ipoh eigentlich nicht mehr viel zu bieten und der einzige Grund, wieso wir hier Halt machten, hiess Douglas Choong. Wir hatten den Geschäftsführer des Royal Perak Automobil Clubs im Süden von China kennengelernt, wo er zusammen mit einem japanischen Geschäftsfreund die Gegend für eine Ralley inspizierte. Er zeigte sehr grosses Interesse an unserer Reise und wir mussten ihm versprechen, ihn in Malaysia zu besuchen. Bevor wir nach Ipoh kamen, hatten wir ihm schon mal per Email unsere Ankunft angekündigt. Allerdings sehr, sehr kurzfristig und deshalb waren wir auch nicht überrascht, dass niemand das Telefon abnahm, als wir versuchten ihn zu erreichen. Wir gingen in einem Einkaufszentrum Essen und übernachteten dann in einem kleinen Hotel am Stadtrand. Eigentlich wollten wir Ipoh am nächsten Morgen schon wieder verlassen, als ich es in einer Telefonkabine noch einmal versuchte. Und tatsächlich: Douglas Choong war am Apparat. Er hiess uns in Ipoh herzlich willkommen und fragte, ob wir uns in einer halben Stunde mit ihm treffen können. Ich bejahte und nannte ihm als Treffpunkt das Einkaufszentrum, das einzige in Ipoh, von dem ich wusste, dass wir es mit Sicherheit wieder fanden. Kurz vor zwölf Uhr standen wir also auf dem Parkplatz und warteten.

Als Douglas in seinem mit Werbeklebern vollgepflasterten Landcruiser auftauchte, traf uns fast der Schlag: In seinem Schlepptau befanden sich die Kamerateams von zwei Fernsehsendern, sowie zahlreiche Journalisten und Fotografen. Bevor wir uns versahen, befanden wir uns mitten in einer Pressekonferenz (auf dem Shopping-Parkplatz!).
Nicht erst seit der Camel-Trophy sind Geländeautos, 4x4-Touren und Ralleys eine grosse Sache in Malaysia und finden in der Bevölkerung soviel Beachtung wie bei uns Fussball-Spiele.
Und so mussten wir Weltenbummler für die Fotografen vor, im und seitlich von unserem Auto posieren, den Journalisten von der “New Strait Times” und dem “Star” von unserer Reise erzählen, erklären wie wir uns den Trip leisten können (dies ist immer die brennendste Frage…!) und hundertmal wiederholen, wie gut es und in Malaysia gefällt…
Irgendwann entschied Douglas, der in dieser Stadt eine Art kleiner König zu sein scheint, dass nun genug sei und die Journalisten stellten ihre Kameras ab und steckten ihre Notizblöcke ein. Dann feierten wir mit Douglas und seinem mittelgrossen Begleittross Wiedersehen in einem feinen Chinesischen Restaurant. Das Essen war fantastisch und wir langten vor allem bei den Flusskrebsen tüchtig zu. Und da auch der Boss eines grossen Bierimporteuers mit am Tisch sass, gab es Freibier für alle.
Am Nachmittag zeigte uns Douglas, noch immer in Begleitung eines Kameramannes, zuerst einen der berühmten Höhlentempel und ging danach mit uns so richtig “offroaden”. Mit seinem Landcruiser versteht sich, denn unserer hatte heute nachmittag frei und durfte sich auf einem Parkplatz erholen. Wir nahmen eine schmale Bergstrasse, die uns mitten in den Dschungel führte. Ueber Schlammstrassen, auf denen Douglas seine Fahrkünste demonstrierte, erreichten wir eine Siedlung von Orang Asli, wie die Ureinwohner Malaysias genannt werden. Ohne viel Respekt klopfte der Kameramann einige Ureinwohner aus ihren Hütten und filmte unsere Begegnung mit den Jägern und Sammlern, bei denen die Zeit stehen geblieben scheint.
Wieder zurück in Ipoh wurden wir ins beste Hotel der Stadt verfrachtet, unser Auto durften wir vor dem Haupteingang abstellen, weil es nicht in die Tiefgarage passte. Wir bekamen wir eine Stunden Zeit, um uns “frisch zu machen”, dann wurden wir wieder zu einem banquettmässigen Abendessen geschleppt. Das Essen war wieder vom Allerfeinsten, aber als wir uns langsam begannen, uns in der Rolle der “Stargäste” wohlzufühlen, hiess es Abschied zu nehmen von Douglas und seinen Freunden.
Nach dem feinen Essen und reichlich Alkohol schliefen wir in dem feinen Hotel so gut, dass wir es gerade noch schaffen, die Check-out-Zeit nicht zu verpassen. Wir duschten nochmal ausgiebig (wer weiss, wann wir dasnächste Mal wieder warm Wasser kriegen…) und ich begab mich ins “Business-Center” des Hotels um unsere Emails abzufragen.
Als ich unsere Mailbox offen hatte, wartete neben einem Schwall neuer Mails eine ganz besondere Überraschung auf mich: Diana und Harry Biletter fragten mich, ob ich die Gotte von ihrem zweiten Kind, welches Ende Juni auf die Welt kommt, werden möchte. Ich war total aus dem Häuschen vor Freude und konnte die Freudentränen nur mit Mühe zurück halten - an ein Beantworten der übrigen Mails war natürlich nicht mehr zu denken. Ich brachte gerade noch ein kurzes Dankesschreiben für Douglas zusammen, dann suchte ich Mario, der bereits zweifacher Götti ist und löcherte ihn mit Fragen zum Thema “Götti sein”. Und während Mario unser Auto mit stoischer Ruhe über die malayischen Landstrassen lenkte, plapperte ich bereits vom ersten Zoobesuch mit meinem Göttichindli.
Als wir fast eine Abzweigung verpassten, musst ich meine Gedanken wohl oder übel wieder der Landkarte widmen. Der Verkehr war an diesem Tag ausser ordentlich dich, weil Selamat Hari Raya anstand, das Fest, welches das Ende des muslimischen Ramadans bekündete.
In Tapha verliessen wir den Highway und bogen auf eine Landstrasse, die sich kurvig in die Cameron Highlands schlängelte. Das grüne Hochplateau, benannt nach dem englischen Landvermesser William Cameron, der die Gegend 1885 “entdeckte”, ist ein beliebtes Ausflugs- und Ferienziel in Malaysia. Neben der malerischen Landschaft, den Teaplantagen und Fruchtfarmen, sind es vor allem Höhenlange (zwischen 1500 und 1800 Meter) und die damit kühleren Temperaturen, welche die Leute anziehen.

Im Moment wussten wir jedoch nicht einmal, ob wir bis ans Ende des Hochplateaus fahren konnte. Eine Schlammlawine in den Bergen hatte am Vortag mehrere Menschen getötet und die Strasse komplett unpassierbar gemacht. Kurz nach Tanah Rata, dem Ausgangpunkt für viele Touren, kamen wir am “Ye Olde Smokehouse” vorbei, einem romantischen Cottage mit viel britischem Flair. Da es gerade 16 Uhr war, beschlossen wir, zu einem stilechten Devonshire Tea “einzukehren”.
Wir stellten unser Auto auf dem Parkplatz ab und wollten uns in den Garten begeben, als uns jemand ansprach: “Hey, sind Ihr das mit dä Schwyzernummere?”, tönte es uns in waschechtem Züridüütsch entgegen. Die Stimme gehörte Nadja Comboeuf, die mit ihrem Mann Patrick und den zwei kleinen Mädchen Yasmeen und Aisha ein paar Tage Ferien in den Highlands machten. Die Comboeuf leben seit einiger Zeit in Kuala Lumpur, wo er für eine Schweizer Firma arbeitet. Wir unterhielten uns super mit ihnen und es wurde immer später, so dass sich die Weiterfahrt für uns nicht mehr lohnte. Nicht zuletzt wegen der netten Gesellschaft, entschlossen wir uns zum Nachtessen zu bleiben, auch wenn die Preisklasse des Restaurants unser normales Budget eher sprengte… Aber es wurde ein lässiger Abend mit Nadja und Patrick, wir genossen das teure Fillet Wellington und schliefen zum Ausgleich im Auto.
Am morgen verabschiedeten wir uns von den Vieren, aber weil wir wussten, dass wir uns bereits am Abend wiedersehen würden, war es ein leichter Abschied: Die Comboeufs hatten uns zu sich nach Kuala Lumpur eingeladen, ein Angebot, über dass wir uns sehr freuten und natürlich gerne annahmen.
Während sie noch einen geruhsamen Tag im Hotel verbrachten und dann in Richtung Hauptstadt aufbrachen, versuchten wir, bis auf den Gipfel des Brinchang zu fahren. Die meisten Spuren des Erdrutsches waren beseitigt worden, aber der Regen hatte die ungeteerte Strasse in ein rutschiges Schlammbad verwandelt. Da neben uns tiefer Abgrund klaffte, in dessen Richtung wir auf keinen Fall schlittern wollten, gaben wir bald auf. Dafür befolgten wir Nadjas Tip und nahmen uns ausführlich Zeit, um die Boh-Teeplantagen anzusehen. Natürlich gönnten wir uns auch ein Tässchen und kauften eine Dose des feinen Schwarztees für unseren Reiseproviant, bevor auch wir uns auf den 160 Kilometer langen Weg nach Kuala Lumpur machten.
Dank der guten Beschreibung fanden wir das Haus von Nadja und Patrick, welches in einem eleganten Vorort von Kuala Lumpur liegt, auf Anhieb. Wir waren von dem grossen, weissen Haus mit viel Umschwung, welches im Innern hell und gemütlich eingerichtet war, sehr beeindruckt und dank der unkomplizierten Art der Comboeufs fühlen wir uns rasch wie zu Hause. Mario und ich bekamen ein eigenes Zimmer mit Badezimmer und es dauerte nicht lange, bis ich unter der Dusche stand. Anschliessend gab es ein feines Nachtessen: Salat und Spaghetti mit einer richtig feinen Sauce, dazu eine gute Flasche Rotwein. Wir plauderten angeregt und es war, als ob wir Nadja und Patrick schon lange kennen würden. Ich hatte zudem einen Narren an Yasmeen, dem zweijährigen Wildfang, gefressen und während ich mit ihr spielte oder ihr eine Geschichte nach der anderen vorlesen musste, freute ich mich noch mehr auf mein eigenes Göttikind.
Am ersten Tag hatte Patrick noch frei und so verbrachten wir einen richtigen Familientag: Zuerst gingen wir in den vornehmen Country Club, in dem die beiden Mitglied waren, und plantschten mit Yasmeen und Baby Aisha ausgiebig im Swimmingpool. Nachdem Mittagsschlaf der Mädchen gingen wir in das Einkaufszentrum Megamall, das seinen Namen zu recht trägt! Wir beschränkten uns aber auf Lebenmitteleinkäufe. Ich schnappte mir noch eine “Strait Times” und den “Star” und entdeckte beim Durchblättern, dass heute die Artikel über uns drin ware! Ziemlich ausführlich und mit Fotos – wir fühlten uns wie Helden! Aber eine der Zeitungen hatte unsere Email-Adresse abgedruckt, was eine Flut von Mitteilungen auslöste. Die meisten wollten uns nur graturlieren, andere verlangten ein Foto oder Informationen von und über uns und zweimal wurden wir sogar eingeladen: Einmal von einer Privatperson, einem netten Muslim, der uns sein Haus anbot und dann noch von einem Hotel in Kuala Lumpur, welches uns zwei Gratis-Uebernachtungen offerierte (allerdings erst nachdem wir die Stadt verlassen hatten…!) Wir lehnten beide Einladungen dankend ab und nahmen uns auch sonst die Mühe sämtliche Emails zu beantworten.
Für Mario und mich gingen fünf herrliche Tage zu Ende (so lange hockten wir den Comboeufs auf der Pelle!). Wir hatten uns in dieser Zeit Kuala Lumpur angesehen, die Megamall näher betrachtet, Wäsche gewaschen, Briefe geschrieben, mit den Mädchen gespielt und ganz einfach die Zeit mit Familienanschluss, die gemeinsamen Essen und die Gespräche mit Nadja und Patrick genossen.
Am letzten Abend hatte uns Umi, die Haushälterin der Comboeufs, noch Nasi Lemak, das malayische Nationalgericht gekocht, welches uns unheimlich gut geschmeckt hat. Am nächsten Morgen fiel uns der Abschied sehr schwer, wir hatten die Vier sehr lieb gewonnen und vor allem ich hätte gut noch eine Weile bleiben können, aber Mario zogs weiter und so waren wir bald wieder auf der Strasse.
Unser Ziel war die geschichtsreiche Küstenstadt Malacca, welche Douglas uns ans Herz gelegt hatte. Zurvor hatten wir jedoch einige Mühe, aus dem Strassengewirr von Kuala Lumpur heraus, auf die Küstenstrasse Nr. 5 zu finden. Diese war ziemlich stark befahren, vor allem von zahlreichen stinkenden Lastwagen, und wir brauchten fast vier Stunden bis Malacca. Dann endlich erreichten wir die Stadt mit der bewegten Vergangenheit: Um 1400 von einem Prinzen aus Sumatra gegründet, wurde Malacca bald zu einem wichtigen Handelshafen für Chinesen, Indier, Araber und Südamerikaner. 1511 fiel die Stadt in die Hände von Portugiesen, die sie 1641 nach schweren Schlachten den Holländern überlassen mussten. Eineinhalb Jahrhunderte später wurde Malacca kampflos den Briten überlassen, welche ihrerseits eine französische Besetzung verhindern sollten.

Auf den Strasse Malaccas ist der Einfluss all dieser Kulturen noch heute lebendig und wir stürzten uns mitten ins Getümmel, nahmen eine Zimmer im Chinesenviertel, lasen unsere Emails in einem Internetcafé, dass einer Holländerin gehört, sahen uns ein portugiesisches Kriegsschiffa an und gingen indisch essen. Da die Stadt recht weitläufig ist, mieteten wir uns eine Trishaw samt Fahrer, der uns einbisschen rumkutschierte. Malacca war der letzte Höhepunkt unserer Fahrt durch Malaysia und wir genossen es dementsprechend. Während mir Malaysia mit seinem Neben- und Durcheinander von Kulturen, der abwechslungsreichen Landschaft, dem Einfluss von Sultanen und dem damit verbundenen Touch von 1001 Nacht sehr gut gefiel, zeichnete sich bei Mario langsam eine gewisse „Asienmüdigkeit“ ab, ausserdem rief ihn Australien stärker den je.
Die letzten 225 Kilometer bis zur Grenzstadt Johur Bahru legten wir auf der sehr guten Autobahn an der Westküste zurück. Nicht um schneller vorwärts zu kommen, sondern vor allem, um dem dichten, chaotischen Verkehr auf den Landstrassen hier im Süden des Landes auszuweichen. Johur Bahru und die Grenze nach Singapore schien das Ziel dieses Verkehrsstroms zu sein und dementsprechend ging es in der Stadt zu und her wie in einem Bienenschwarm. Die Strassen waren verstopft und die Kolonne vor der Grenze reichte bis tief in die Stadt hinein. Aber wo viele Menschen sind, wir auch viel gegessen uns so gab es mitten in der Stadt ein riesiges Hawker-Zentrum (Ansammlung von Fresständen), wo wir beide bei Satay-Spiesschen und Nasi Goreng Abschied von Malaysia feierten. Auf nach Singapore.