China
erste Etappe
Nicht
mehr alleine, grosse Mauern, Hühnerfüsse, Mao und Marktwirtschaft
90. Reisetag, Donnerstag, 12. August: Da standen wir nun also an der Grenze zu China, dem mächtigen roten Reich, welches Individualtouristen noch immer nicht sehr gerne sieht. Obwohl wir in die Vorbereitungen viel Nerven, Zeit und Geld investiert hatten, wussten wir bis zu diesem Zeitpunkt nicht, ob der Grenzübertritt klappen würde. Denn auf eigene Faust losfahren und das Land erkundschaften – das geht in China nicht ohne Weiteres! Dazu musste erst der gewaltige (und äusserst träge) Behördenapparat in Gang gesetzt werden. Wir brauchten nicht weniger als vier offizielle Genehmigungen: Von Polizei und Mititär sowie vom Tourismus- und Aussenministerium. Ausserdem ist es nicht erlaubt, alleine mit dem Auto in China herumreisen, sondern bekommt für die gesamte Reisedauer einen „ständigen Begleiter“.

Aber von dem war an diesem heissen, sonnigen Morgen weit und breit nichts zu sehen. Kein Wunder, wir befanden uns ja noch immer auf mongolischer Seite – und das schon seit Stunden. Schuld daran war der Kommandant des Grenzpostens, ein kleiner, dicklicher Mongole, der in einem üblen Dilemma steckte und dementsprechend schwitzte. Von chinesischer Seite hatte man ihm offensichtlich mit schlimmster Folter gedroht, falls er ungefragt Ausländer in Richtung chinesischer Grenze durchlässt. Und nun standen auf seinen Territorium zwei hartnäckige Schweizer mit einem grossen Auto, die unbedingt nach China wollten und zu allem Übel auch noch mit einem ganzen Berg von Papieren mit wichtig aussehenden Stempeln herum winkten. Den chinesischen Kommandanten hatte er nicht vorwarnen können, weil der offenbar nicht ans Telefon ging. Also entschloss er sich für die elegante Lösung und entschwand erst einmal zu einem dreistündigen Mittagessen – mal sehen, ob sich die Probleme nicht von alleine lösen! Aber als er zurückkam und wir uns wider erwarten nicht in Luft aufgelöst hatten, fügte er sich in sein Schicksal und winkte uns durch. Ein zackiger, junger Soldat mit Reitstiefeln bis fast unters Kinn, knallte uns einen Ausreisestempel in den Pass und schickte uns ins Ungewisse.
Auf chinesischer Seite wurden wir von viel Stacheldraht und noch zackigeren, noch jüngeren Soldaten mit schussbereit umgehängten Maschinengewehren erwartet. Willkommen in China! Unsere bisherige Grenztaktik – dumm stellen und an der wartenden Autokolonne vorbeifahren - wagten wir angesichts der zur Schau gestellten Artillerie nicht durch zu führen und so stellten wir uns brav hinten an. Wir mussten jedoch keine Stunde warten, als uns einer der Söhne Maos einen zerknitterten Zettel durchs Autofenster schob. Auf diesem stand folgendes:
„Guten Tag! Wir sind Ihr durchgehende Reiseleitung, Holger und Yang, Wir sind um 9 Uhr schon beim Grenze gewesen und gewartet. Wir wissen nicht, ob Sie bei äusserer Mongolei Probleme haben. Wir fahren jetzt zurück zu Hotel. Nachmittag um 2 Uhr wieder hierher kommen. Wenn Sie früh als 2 Uhr schon China gekommen, bitte Sie warten auf uns. Viel Glück!“
Jubel! Uns fiel ein Stein vom Herzen:Es musste doch irgendwie geklappt haben und unsere chinesischen Begleiter warteten auf uns! Von da an ging alles sehr schnell: Im Nu standen wir im Mittelpunkt der Grenzstation und durften natürlich wieder die stehende Kolonne überholen – begleitet vom fröhlichen Winken der wartenden Mongolen und Chinesen. Während sich unsere beiden Reiseleiter um die Formalitäten kümmerten, wurden wir in einen klimatisierten Dutyfree-Shop geführt, auf einen chromblitzenden Stuhl gesetzt und bekamen eine eiskalte Cola! Zur Erinnerung: Wir befanden uns noch immer am Rande der Wüste, hatten den Weg hier her nur über holprige Schotterpisten geschafft und seit mehr als eine Woche nicht mehr geduscht – dann auf einmal dieser Luxus! Wir waren tief beeindruckt – der unaufhaltsame chinesische Fortschritt reicht bis tief in die Steppe!
Als wir uns vom Staunen erholt hatten, waren „Holger“ und Yang auch schon mit unseren Formalitäten fertig. Unser Auto musste nun noch zur „Quarantänekontrolle“ gefahren werden, wo es von zwei Beamten, die trotz der Hitze in Regenkleider gehüllt waren, halbherzig abgespritzt wurde.

In der Grenzstadt Erenhot ging es zu und her wie in einem Ameisenhaufen und uns quollen fast die Augen über: Überall wimmelte es vor Menschen. Tausende von Menschen. Menschen mit Fahrrädern. Menschen mit Handkarren. Menschen hinter Marktständen, die unter der Last der frischen Gemüse und Früchte fast zusammenbrachen. Nach den vielen Wochen in der Einsamkeit sibirischer Wälder und mongolischer Steppen, wo uns oft stundenlang kein Lebewesen begegnete, war dieser Anblick überwältigend. Yang und „Holger“, der eigentlich Huan Bin heisst, aber von seiner Deutschlehrerin den schönen deutschen Übernamen verpasst bekommen hatte, setzten uns erst einmal in ein Nudelrestaurant. Ausgehungert wie wir nach der Schaffleisch-Diät in der Mongolei waren, verschlangen wir eine grosse Portion gebratener Nudeln mit Gemüse.
Dann endlich machten wir uns auf nach Hohot, der ersten Station auf unserer zweimonatigen China-Tour, wo – oh, Luxus! – ein Hotelzimmer auf uns wartete. Wir genossen das fliessende, warme Wasser und wuschen uns den Staub der mongolischen Wüste gründlich vom Körper und aus den zerzausten Haaren. Wenig später sassen wir in einem Restaurant. Das chinesische Essen mit dem vielen frischen Gemüse schmeckte uns vorzüglich und wir langten kräftig zu.
Voller Vorfreude gingen wir dann auch am nächsten Morgen zum Hotelfrühstück, wo uns ein typisches chinesisches Morgenessen erwartete. Doch Reisschleimsuppe mit Erdnüssen, Sojamilch, sauer eingelegtes Gemüse und hundertjährige Eier, die zwar nicht hundert Jahre alt sind, aber so riechen, waren nicht so unser Fall....Aber kulinarisch warteten in den nächsten Wochen sowieso noch einige Überraschungen auf uns!
Bevor wir unser Hotel in Hohot verlassen konnten, gab es noch einen „grossen Bahnhof“. Der Hotelmanager hatte uns in aller Form gefragt, ob er nicht uns mit unserem Landcruiser vor seinem Hotel fotografieren dürfe, schliesslich kommen ja nicht alle Tage Ausländer mit ihrem Auto in seine Stadt. Diese Bitte konnten wir ihm nicht abschlagen und so posierten wir fast eine halbe Stunde in allen Variationen vor dem Gebäude: Vor dem Auto, auf dem Auto, im Auto, ohne Auto....

Nachdem wir unsere chinesischen Zulassungsschilder mit der Nummer 00006 – so viele ausländische Autos waren also noch nicht in China! – neben unseren Zürcher Nummernschildern montiert hatten, konnten wir endlich die erste Tagesetappe – sie führte uns nach Datong – und die erste Ladung chinesischer Kultur in Angriff nehmen. Zuerst besuchten wir das berühmte Hängende Kloster, welches vor Jahrhunderten in schwindelerregender Höhe in eine steile Felswand gebaut worden war und auf seinen Stelzenbeinen aussah, als ob es in der Wand hängen würde. Hier sahen wir auch zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einige ausländische Touristen, die in Reisegruppen unterwegs waren und hinter ihren fähnchenschwingenden Reiseleitern her liefen. Die ganze Anlage rund um das Kloster glich einem Rummelplatz mit Car-Parkplatz, Restaurants und Dutzenden von kleinen Händlern, die lauthals ihre kitschigen Souvenirs und „Glücksbringer“, darunter auch lebendige Tiere, anboten. Ich hatte grosses Mitleid mit einem Streifenhörnchen, welches traurig in seinem kleinen Drahtkäfig hockte, so dass ich es kaufte und später in einem Maisfeld frei liess. Hoffentlich fressen Streifenhörnchen Mais.....!

Als nächstes stand ein Höhlenkloster mit Tausenden in Stein gemeisselten Buddha-Figuren auf unserem Programm und am Abend besichtigten wir in Datong noch eine Drachenwand aus bunten Keramikziegeln, während unsere Aufmerksamkeit aber schon langsam wieder in Richtung Nachtessen abdrifftete... Doch Holger und Yang kannten keine Gnade und schleppten uns von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit.
Auch wenn wir anfangs froh waren, dass wir unsere Reiseleiter dabei hatten – chinesische Schriftzeichen sind wirklich nicht zu entziffern, weder auf Strassenschildern noch auf Speisekarten – taten wir uns schon bald schwer mit der „Bevormundung“. Wir hatten unsere liebe Mühe, um uns an den strikt geregelten Tagesablauf mit fest eingeplanten Etappen, vorgeplanten „Sehenswürdigkeiten-Stopps“ und vorreservierten Hotels zu gewöhnen. Zuvor hatten wir fast ein halbes Jahr frei wie die Nomaden gelebt, konnten tun und lassen was wir wollten, so lange autofahren wie wir mochten und uns auch schon mal am Nachmittag um 15 Uhr einen Schlafplatz suchen.
Wir mussten uns aber fügen, den schliesslich hatten wir uns die Suppe selber eingebrockt, indem wir unbedingt auf dem Landweg nach Australien wollten. Da nun einmal kein Weg an China vorbeiführt, mussten wir uns wohl oder übel auch an die chinesischen Spielregeln halten. Diese haben sich zum Glück in letzter Zeit gelockert, denn noch vor wenigen Jahren wäre eine solche Tour mit dem eigenen Auto durch China für Ausländer überhaupt nicht möglich gewesen. Unsere Route haben wir selber zusammengestellt, anhand von Reiseliteratur und mit Hilfe von Oliver Fiechter, dem chinaerfahrenden Inhaber des Reisebüros Fiechter Natur- und Kulturreisen China-Tibet in CH-5503 Schafisheim. Die chinesischen Behörden nahmen dann noch einige Änderungen vor – zum Beispiel wenn die Route durch stark industrialisierte Gebiete, militärische Sperrzonen oder verbotene Städte führte - doch im grossen Ganzen bekamen wir unseren Willen.
Wenn auch die Vorstellung darüber, was sehenswert ist und was nicht, bei uns und unseren Begleitern oftmals ziemlich weit auseinander klaffte. Dies merkten wir bereits am fünften Reisetag, auf dem Weg nach Peking. Unterwegs sollten wir an der grossen Mauer vorbei kommen. Wie kleine Kinder freuten wir uns auf dieses menschliche Wunderwerk, welches sogar vom Weltall aus zu sehen ist und als Weltkulturerbe von den Vereinigten Nationen (UN) geschützt wird. Unsere Führer hatten den Ort Badaling zur Mauerbesichtigung ausgewählt und als wir ankamen, traf uns fast der Schlag! Dort gab es nämlich zwei Mauern: Eine grosse Chinesische, welche an dieser Stelle beinahe „zu Tode“ restauriert ist, - und eine zweite, bestehend aus Autobussen und Menschenmassen. Bunte Fähnchen, laute Musik und aufdringliche Souvenirverkäufer machten jede Atmosphäre kaputt. Der Eintritt (für Ausländer...) kostete eine Unsumme und wir hatten weder Lust ein „I climbed the Great Wall“-T-Shirt zu erstehen noch uns auf einem Kamel oder in den Kleidern des Kaisers ablichten zu lassen. Wir waren ziemlich enttäuscht und wollten schnellsten wieder weg von dieser „Touristenfalle“ – was Holger und Yang überhaupt nicht verstehen konnten. Schliesslich waren wir ja Touristen und Badaling ist einer der touristischsten Orte in China – ein Muss für alle Pauschalreisenden - also warum bitte, passt das den beiden Schweizer nicht?
Es kostete uns einige Mühe ihnen zu erklären, dass wir mit Absicht das eigene Auto als Reisemittel gewählt haben, um die ausgetrampelten Touristenpfade zu meiden und an Ort zu gelangen, die sonst nicht „jeder“ sieht. Die chinesische Mauer erstreckt sich über mehr als 2000

Kilometer und wir hätten viel lieber ein ursprünglicheres Stück gesehen, auch wenn es dort keine Andenken zu kaufen gab. Aber mit dieser Erklärung stiessen wir bei unseren Führern nicht auf Verständnis – und so wurden wir in den folgenden Wochen noch mehr als einmal an ähnliche Plätze geschleift und führten in der Folge noch oft dieselbe Diskussionen...
Aber nicht mehr mit Yang, da uns der junge Mann aus der Provinz Szechuan bereits in Peking wieder verliess – seine Aufgabe war hier beendet. Da weder Mario noch ich sehen konnten, was genau seine Aufgabe war - die Reiseleiter-Tätigkeit hatte zum grössten Teil Holger übernommen - witzelten wir darüber, dass uns „die Partei“ den ernsten, blassen Chinesen zur Überwachung geschickt hatte... Ob da was Wahres dran ist oder nicht, werden wir wohl nie erfahren und wenn ja, dann war es gut, dass er weg war, denn in der 3000jährigen Hauptstadt des mächtigen China legten wir schon wieder ein „ungebührendes Touristenverhalten“ an den Tag. Anstatt uns unverzüglich auf den Platz des himmlischen Frieden und auf die verbotene Stadt zu stürzen, hatten wir nur ein Ziel vor Augen: Das Botschaftsviertel!
Schliesslich mussten wir den weiteren Verlauf unserer Reise planen und die Visa für Vietnam, Laos und Thailand einholen. Wir rannten von einer Botschaft zur anderen, aber leider mit wenig Erfolg. Für das laotische Visum waren wir zu früh dran - die Einreisefrist nach Visaerteilung beträgt nur 8 Wochen, was für uns zu knapp war. Die Thais brauchten volle 5 Arbeitstage um das Visum auszustellen - so lange waren wir aber gar nicht in Peking. Und die Vietnamesen wollten uns die Visaerteilung verweigern, nachdem wir ihnen erklärt hatten, dass wir mit dem eigenen Auto unterwegs sind. Schnell schob uns der Schalterbeamte das Geld und die Pässe wieder zurück: Einreise mit dem eigenen Auto nicht möglich! Da wir das schon öfters gehört hatten, blieben wir ruhig und antworteten, dass wir in diesem Fall mit dem Zug einreisen würden. So bekamen wir wenigstens unser Visum und das Problem mit dem Auto würde sich schon auch noch lösen. Dachten wir.
Doch vorerst machten auch wir uns an die Entdeckung Pekings. Wir assen Peking Ente, kämpften uns unseren Weg durch die Menschenmassen im Himmelstempel und kauften an der Seidenstrasse einen gefälschten Marken-Rucksack und eine Trekkingjacke. Natürlich besuchten wir auch den Platz des himmlischen Friedens, wobei uns der himmlische Frieden angesichts des herrschenden Gedränges aber nicht heimsuchte. Allzu gerne hätten wir den einbalsamierten Mao gesehen, aber eine Wartezeit von über 3 Stunden in der prallen Sonne war uns dann doch zu viel. Also machten wir uns auf zur verboten Stadt mit dem Kaiserpalast. Ziemlich lustlos zottelten wir durch die riesige Anlage, die – wir waren es uns ja schon fast gewohnt – natürlich wieder von Menschen überschwemmt war. Da ein Ellbogen in die Rippen, hier ein Stoss zur Seite – wenn chinesische Touristen zu ihren Fotos kommen wollen, verlässt sie auch der letzte Rest an Höflichkeit! Wir revanchierten uns dafür am nächsten Tag, als wir vor unserer Abfahrt unbedingt noch Fotos von unserem Auto auf dem Tianemen Platz machen wollten und dabei den ganzen Pekinger Stossverkehr aufhielten.....

An diesem Tag durften wir eine völlig neue China-Erfahrung machen. Wir entdecken den einzigen Platz in diesem Land, der frei von Menschen und Verkehr ist: Die chinesische Autobahn! Diese sind nämlich so teuer, dass sich der Durchschnitt-Chinese lieber durch die vollgestopften Landstrassen quält, als tief ins Portemonnaie zu greifen. Auf den zahlreichen Zahlstellen zwischen Peking und Tayuan (ca. 250 Kilometer) knöpfte man uns mehr als 150 Yuan ab, das sind über 30 Franken! Wenn man bedenkt, dass eine Lehrerin in China ein Monatsgehalt von ca. 600 Yuan hat, ist das ein sehr stolzer Preis. Sozialismus hin oder her – auch im kommunistischen China gibt es zwei „Klassen“ von Menschen: Die die sich alles leisten können und die die sich nichts leisten können...
Naja, wir waren jedenfalls froh, dass wir auf den Autobahnen ungestört vorwärts kamen. Dort brauchten wir auch nicht die Fahrradfahrer zu fürchten, welche sonst von allen Seiten kreuz und quer über die Strasse fuhren. Weil aber das Autobahnnetz in China noch nicht sehr dicht ist, ging es aber meist nicht lange, bis wir uns wieder unter den Otto-Normal-Chinesen auf der holprigen Landstrasse befanden...
Der Verkehr in China ist sowieso ein Kapitel für sich und verlangt ein überdurchschnittlich gut ausgebildetes Nervenkostüm, über welches Mario zum Glück verfügt. Vorausschauendes Fahren, minimale Kenntnisse über Vortrittsregeln oder Rücksicht auf die übrigen Verkehrsteilnehmer, wie man es bei uns in guten Fahrschulen (zum Beispiel bei meinem Vater: Fahrschule Nido, Winterthurerstrasse 147, 8057 Zürich, Tel. 01 361 88 11) lernt, sind in China unbekannte Begriffe. Zusammen mit der Tatsache, dass Chinesen keine Angst vor dem Tod zu haben scheinen, gibt das eine gefährliche Mischung! Noch nie haben wir irgendwo auf der Welt so viele Verkehrsunfälle gesehen wie in China! Überfahrene Fussgänger, Frontalkollisionen mit Reisebussen, umgekippte Trucks und überschlagene Lieferwagen scheinen dort zur Tagesordnung zu gehören.
Für uns galt daher defensives Fahren – und oftmals einfach nur Augen zu und durch! So auch an unserem 100. Reisetag, den wir eigentlich ein bisschen geniessen wollten. Aber unser Reiseprogramm sah für diesen Tag eine Etappe von 580 Kilometern vor – so viel sind wir seit unserer Abreise noch kein einziges Mal gefahren! Auf den schlechten chinesischen Strassen bedeutete dies eine Fahrzeit von gut 12 Stunden. Und da unser Sklaventreiber Holger unterwegs noch einen Besuch bei den Wasserfällen des gelben Flusses eingeplant hatte, wurde es fast Mitternacht bis wir Xian, seine Heimatstadt erreicht hatten.

In dieser Stadt verbrachten wir mehrere Tage und zwar vorwiegend mit Essen, da wir von einem Bankett zum nächsten gereicht wurden. In Xian befindet sich der Sitz der Overseas Tourist Corporation Shaanxi, jenem Reisebüros, welches von chinesischer Seite für die Vorbereitung, Planung und Durchführung unserer Tour verantwortlich war. Wir verdanken dem grossen Einsatz von OTC-Manager Zhang Fan und seinen Mitarbeitern sehr viel - ohne ihre Hilfe wären wir nie durch China gekommen! Und da OTC Shaanxi zum ersten Mal eine solches Unternehmen durchführte, musste das kräftig gefeiert werden. Und so lernten wir neben chinesischer Festfreunde auch die Wirkung von Reisschnaps kennen.... China die zweite